Blaue Neons im Aquarium halten: so klappt’s mit den kleinen Salmlern

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Blaue Neons im Aquarium halten - so geht's

Wer Fische für sein Aquarium sucht, greift gern auf Salmler zurück, weil sie klein, verhältnismäßig pflegeleicht und mit ihren oft leuchtenden Farben ein echter Hingucker sind.

Ein besonders schönes Exemplar dieser Gattung ist der Blaue Neon (lat. Paracheirodon simulans). Dabei handelt es sich um einen Süßwasserzierfisch, der eine Länge von 3 bis 3,5 Zentimeter erreichen kann und bis zu fünf Jahre alt wird. Seine Haltung im Aquarium ist verhältnismäßig einfach. Im Folgenden ist genau aufgeschlüsselt, welche Ansprüche der kleine Schwimmer an seine Umgebung stellt.

Wo kommt der Blaue Neon vor?

Der Blaue Neon ist ein tropischer Fisch und stammt ursprünglich aus Südamerika. Dort tummelt er sich vor allem im oberen Bereich des Rio Negro, dem oberen Amazonasbecken und dem Orinoco.

Was zeichnet den Blauen Neon aus?

Der Blaue Neon gehört zur Familie der Salmler und sieht dem roten Neon und dem Neonsalmler sehr ähnlich, ist aber biologisch gesehen nicht mit ihnen verwandt. Dennoch sehen sich die Tiere sehr ähnlich und nicht selten kommt es beim Kauf zu Verwechslungen. Dabei kann man Die Neons ganz einfach folgendermaßen unterscheiden:

Roter Neon      durchgezogener roter Balken (unter dem blauen Balken)

 

Neonsalmlerhalber roter Balken (unter dem blauen Balken)
Blauer Neon   

 

kein roter Balken (unter dem blauen Balken)

Der Blaue Neon ist der Kleinste seiner Gattung, aber aufgrund seines hohen Blauanteil wahrscheinlich der Schönste.

Alle drei genannten Arten besitzen sowohl einen Rot- als auch einen Blauanteil. Der Blaue Neon jedoch besitzt als einziger einen durchgängigen blauen fluoreszierenden Streifen, der sich über die gesamte Körperlänge zieht.

Die Flossen sind weißlich-transparent, der untere Kopfbereich und hintere Bauchbereich sind rot gefärbt, dies hat sowohl mit dem Roten Neon, als auch dem Neonsalmler gemeinsam.

 

Welche Wasserwerte und Temperatur bevorzugt der Blaue Neon?

Für eine gute Haltung im Aquarium gibt es einiges zu beachten. Damit sich der Paracheirodon simulans in seinem Zuhause auch wohl fühlt, sollte das perfekte Aquarium folgende Eigenschaften aufweisen:

Größe: min. 80 cm (ca. 112 Liter)
Temperatur:20° C - 26° Celsius
PH-Wert:um 5,0-6,0
Wasserhärte:3-10° dGH
Karbonathärte: 0-6° dKH

Optimal ist eine Gesamtwasserhärte von 8, bei einer Karbonathärte von 4. Der pH-Wert kann notfalls auch bei 7 liegen, man sollte hierbei aber aufpassen, dass er nicht in den basischen Bereich abrutscht.

Um die angegebenen Werte zu erreichen empfiehlt sich der Einsatz von Regen- oder Osmosewasser.

Osmosewasser ist reines Wasser, welches von allen in ihm gelösten Stoffen befreit wurde. Herstellen kann man es ganz einfach über eine handelsübliche Osmoseanlage. Normales Leitungswasser wird in die Anlage eingefüllt, dort durch eine Membran gepresst, die lediglich Wassermoleküle durchlässt. Alle anderen Stoffe werden herausgefiltert und über das Abwasser entsorgt. Wem das zu umständlich ist, kann auch bereits verarbeitetes Osmosewasser im Laden kaufen.

Eine CO2-Anlage kann ebenfalls nicht schaden, da der Blaue Neon ein dicht bewachsenes Aquarium bevorzugt und CO2 für viele tropischen Aquarien-Pflanzen unabdingbar ist. Denn das CO2 versorgt die Wasserpflanzen mit ausreichend Gas, welches sie für die Photosynthese benötigen, dadurch können sie schneller wachsen und verdrängen gleichzeitig Algen. Gleichzeitig senkt es den pH-Wert des Wassers auf ca. 6,5.

Bei den angegeben Temperaturen ist zu beachten, dass der Paracheirodon simulans ein Tropenfisch ist, der im warmen Wasser lebt. Die Temperatur im Aquarium darf also auf keinen Fall unter 20 °C fallen. Nach oben hin kursieren auch Höchstwerte von bis zu 32 °C im Internet. Als optimal wird aber häufig eine Obergrenze von 23 °C angegeben, denn der Blaue Neon mag das Wasser im Gegensatz zu seinen nahen Verwandten, dem Roten Neon und dem Neonsalmler, ein wenig kälter.

Wie hält man Blaue Neon?

Der Blaue Neon ist ein echter Schwarmfisch. Er fühlt sich nur in einer Gruppe, welche ihm Schutz bietet. Um diesen Schutz zu erzielen sollte man mindestens 10-12 Tiere bei kleinen Aquarien ab 80 Liter einsetzen. Dennoch wird sein Schwarmverhalten erst ab einer Menge von 25-30 Tiere richtig deutlich, weshalb es meine Empfehlung ist die Tiere erst in größeren Becken, wie einem 180-240 Liter Aquarium zu halten.

Um zu erkennen ob man genügend Blaue Neon im Aquarium hält (dies ist vor allem in großen Becken nützlich) sollte man seine Gruppe am besten ein wenig beobachten. Schwimmen die Tiere immer wieder einzeln umher, so sollte man weitere Blaue Neon hinzusetzen.

Blaue Neon im Aquarium vergesellschaften

Der Blaue Neon verträgt sich auch gut mit anderen Fischarten. Natürlich sollte man bei einer eventuellen Vergesellschaftung darauf achten, dass er nicht selbst zur Beute wird. Es gibt einige Arten, die sich besonders gut mit dem Blauen Neon vertragen. Zum Beispiel der Schmetterlingsbuntbarsch. Dieser geht mit dem Blauen Neon eine Art Symbiose ein. Blaue Neon schwimmen meist im oberen Teil des Aquariums, während der Buntbarsch sich eher am Grund aufhält. Der Barsch beobachtet seine Freunde und erkennt an ihrem Verhalten eventuelle Gefahren.

Alternativ eignen sich auch Beilbäuche, sowie Mosaikbärblinge, Red Fire Zwerggarnelen, Antennenwelse, Perlhuhnbärblinge oder Fadenfische für die Vergesellschaftung von Blauen Neon im Aquarium. Eine Übersicht vieler verschiedener Besatz-Beispiele für dein Aquarium findest du übrigens hier.

Beckenstruktur und Bepflanzung für Blaue Neons

Um die bestmöglichen Bedingungen für die kleinen Fischchen zu finden muss man sich zuerst einmal anschauen, wie ihr natürlicher Lebensraum beschaffen ist. Ursprünglich lebt der Blaue Neon in sogenannten Schwarzwasserflüssen. Das Wasser dieser Flüsse erscheint sehr dunkel, weil es keine Nähr- und Schwebestoffe enthält, welche von der Sonne reflektiert werden könnten. Dafür besitzt es einen hohen Anteil an Humin- und Fulvosäuren, die dem Wasser einen bräunlichen Ton verleihen.

Um diese Gegebenheit zu schaffen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann man extra dafür hergestellte Pellets über einen Außen- oder Innenfilter hinzugeben oder man versetzt das Wasser mit Torf bzw. Torfextrakt. Auch hier bitte wieder einen Filter benutzen. Alternativ bieten sich auch Soil-Böden an. Diese entziehen dem Wasser Härtebildner und reduzieren dadurch die Karbonathärte und senken gleichzeitig den pH-Wert. Vorteil ist, dass das Wasser schön klar bleibt, Nachteil ist allerdings, dass die Wirkung des Soils immer mehr nachlässt und man den kompletten Boden irgendwann austauschen muss.

Natürlich ist eine bräunliche Wasserfärbung erst einmal ein ungewohnter Anblick für viele, kennen wir doch alle die glasklaren Aquarien aus Zoos und Tierläden, aber speziell bei Blaue Neon kommt durch den Braunton ihre schillernde Farbe besonders gut zum Ausdruck. Dem Fisch selbst ist es egal, welche Farbe das Wasser hat, in dem er lebt. Die Tiere im Aquarium sollten nicht zu viel Licht abbekommen, deswegen empfiehlt sich eine dichte Bepflanzung. Die Pflanzen sollten eine Mischung aus breitblättrigen und feinfiedrigen Pflanzen, sowie einigen Schwimmpflanzen sein.

Die Haltung im Aquarium ist ein Balanceakt, zum einen braucht der Paracheirodon simulans viele Versteckmöglichkeiten, auf der anderen Seite genügend Platz zum Schwimmen, denn trotz seiner geringen Größe ist der Blaue Neon ein sehr aktiver Schwimmer. Um seine Fische gut beobachten zu können, empfiehlt sich eine Bepflanzung von kleinen Pflanzen im vorderen Teil des Aquariums, im mittleren und hinteren Teil können dann größere Exemplare gesetzt werden. Beispiele für Pflanzen, die sich für Salmlerbecken eignen sind das Südliche Fettblatt, die Korkenzieher Schwertpflanze, das Mato Grosso Tausendblatt, die Amerikanische Wassernabel und der Brasilianische Wassernabel.

Wurzeln und Steine wirken nicht nur dekorativ, sondern bieten dem Blauen Neon auch zusätzliche Versteckmöglichkeiten. Ein dunkler Boden hebt die Farbe des Fisches zusätzlich hervor. Hierfür kann man beispielsweise braunen oder schwarzen Quarzkies verwenden.

Was frisst der Blaue Neon?

Der Blaue Neon ist ein Allesfresser. Bei der Fütterung sollte man auf Abwechslung und eine sparsame Dosierung achten. Als Hauptfutter wird zerkleinertes Flockenfutter oder kleines Granulat empfohlen.

Ergänzen kann man den Speiseplan auch um Frostfutter (Wasserflöhe) oder Lebendfutter. Hierbei aber bitte auf die maulgerechte Größe achten. Artemia und kleine Mückenlarven sind zusätzliche Leckerbissen für unsere schwimmenden Freunde, davon sollte man aber nicht zu viel geben, weil das sonst der Gesundheit des Paracheirodon simulans schaden könnte. Eine Übersicht der verschiedenen Fisch-Futter Sorten und unsere Empfehlungen findest du hier.

Wie züchtet man den Blauen Neon?

Die Geschlechter der Tiere sind nur schwer voneinander zu unterscheiden. Man muss schon sehr genau hinschauen, um die nur wenig größeren und fülligeren Weibchen von den Männchen zu unterscheiden. Der Paracheirodon simulans ist ein Freilaicher, das heißt er legt seine Eier frei zwischen Pflanzenbeständen ab, an denen die klebrigen Eier hängen bleiben.

Bei der Haltung im Aquarium gestaltet sich eine Zucht als sehr schwierig. Bei vielen funktioniert es überhaupt nicht. Um die Erfolgschancen zu erhöhen kann man spezielle Laichgitter oder Wolle als Laichsubstrat verwenden, damit die Eltern sich nicht an den Eiern vergreifen.

Der Blaue Neon im Video

Fazit

Der Blaue Neon ist ein kleiner, sehr schön anzusehender Fisch, der sich auch gut mit anderen Aquarienbewohnern verträgt, sofern er nicht gerade auf deren Speisezettel steht. Aufgrund seiner Größe passt er auch gut in kleinere Aquarien. Dabei ist eine Haltung im Aquarium relativ einfach, da er nicht viele Ansprüche an seine Umgebung stellt und deshalb für Anfänger besonders gut geeignet ist.

Um eine optimale Haltung im Aquarium zu gewährleisten, ist es wichtig, dass der Blaue Neon in einem pflanzenreichen Aquarium untergebracht wird und eine ausreichend große Zahl von den Artgenossen vorhanden ist. Eine Zucht des Paracheirodon simulans ist sehr schwierig und gelingt nur sehr selten. Dafür kann man ihn aber recht günstig im Laden für 1,50 -2,00 Euro erhalten. Bei einer Lebensdauer von bis zu fünf Jahren ist eine Nachzucht also nicht unbedingt notwendig.

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Über mich

Maximo

Hi, ich bin Maximo, Aquarianer aus Leidenschaft. Mit diesem Blog versuche ich Anfängern den Einstieg in die Aquaristik zu erleichtern; ihnen die Pforten zu einem tollen Hobby zu öffnen!

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